Grundwasserspiegel / Grundwasserhaltung

Häufig kaufen Bauherren schöne Grundstücke in Seenähe, die sie bebauen wollen. Es empfiehlt sich in solchen Fällen auf jeden Fall beim Bauamt vorbeizusehen und sich nach den entsprechenden Grundwasserverhältnissen zu erkundigen. Bei der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen gibt es eine Kartei, aus der ganz genau hervorgeht, wie in der Nachbarschaft die Bodenverhältnisse und auch der Grundwasserspiegel sind. Es ist auch sinnvoll in der Nachbarschaft herumzufahren und zu sehen, ob evtl. weitere Bauvorhaben erstellt werden. Befinden sich sandige Schluffe oder ähnliche tonartige Ablagerungen in den Sandschichten, ist mit einer Wasserhaltung zu rechnen. Auch, wenn der Grundwasserspiegel evtl. unterhalb der Kellersohle liegt, muß mit entsprechend anstehendem Wasser in der Baugrube gerechnet werden, so daß dann eine Wasserhaltung erforderlich wird. Eine Wasserhaltung ist überaus teuer. Sie wird nur von wenigen Firmen durchgeführt. Es werden Stahllanzen in den Boden gebohrt, rund um das Grundstück herum und aus dem Boden wird das Wasser heraus gesaugt. Es muß dann oft mittels einer Kanalleitung in öffentliche Gewässer oder Abwasserkanäle eingeleitet werden. Dies erfordert besondere Genehmigungen. Da das Baugrundrisiko nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs immer beim Eigentümer des Grundstücks liegt, ist also hier besondere Vorsicht geboten. Grundsätzlich ist nach Auffassung des Unterzeichners daher kein rausgeworfenes Geld sich ein Bodengrundgutachten erstellen zu lassen. Ein Bodengrundgutachten sagt etwas aus über die Belastungsfähigkeit des Bodens und über die Grundwasserverhältnisse. Die Gutachter beschreiben den Verlauf der wasserführenden Schichten und geben Anregungen und Hinweise für die Gründung des Bauvorhabens bzw. für dessen Abdichtung. Bei hohem Grundwasser ist unbedingt darauf zu achten, daß eine erstklassige Abdichtungsart gewählt wird. Selbst bei Schichtenwasser empfiehlt der Unterzeichner regelmäßig eine sogenannte „weiße Wanne“. Eine weiße Wanne wird aus wasserundurchlässigem Beton erstellt und ist in der Regel dauerhaft dicht. Es gibt dann noch die Möglichkeit einer sog. „schwarzen Wanne“. In diesem Fall wird eine wasserundurchlässige Betonsohle gegossen. Diese wird mit aufgehenden Mauern erstellt und die Außenwand wird entweder mit Bitumenschweißbahn oder mit plastischen Dichtstoffen gegen eindringende Feuchtigkeit abgedichtet. Diese schwarze Wanne funktioniert theoretisch. Es gibt auch viele Fälle, in denen durch gute handwerkliche Tätigkeit Erfolge erzielt werden konnten. Es ist allerdings leider häufig so, daß das kleinste Loch in der schwarzen Wanne, hervorgerufen durch Steine, die gegen die Wanne drücken oder einfach Fehlstellen, weil man wegen der Kellertreppe nicht mehr an die Flächen herangekommen ist, zu erheblichen Schäden führen.

Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, gegen frei versickerndes Wasser zu isolieren. Diese Isolationen sind aber nur da angeraten, wo wirklich keine Gefahr eines stauendes oder drückendes Wassers entsteht. Die Einzelheiten sind geregelt in der DIN 18195 Teile IV bis VI. Der Teil IV beschäftigt sich mit nicht drückendem Wasser, die Teile V und VI mit drückendem Wasser und deren Isolation. Hier ist das größte Augenmerk darauf zu legen, daß die Abdichtungsarbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Nicht der schlechteste Bauarbeiter, sondern der Beste, sollte in der Baugrube stehen und die Dickbeschichtung oder die Bitumenschweißbahn auftragen. Es sollte auf jeden Fall eine Abnahme stattfinden, um sicher zu sein, daß hier ordentlich gearbeitet wurde. Die Hälfte der Fälle, die im Büro der Unterzeichner mit Bausachen zu tun haben, haben mit eindringendem Wasser in Keller und ähnliches zu tun. Man ist schon sehr viel weiter, wenn man hier sicherere Verhältnisse geschaffen hat.

Bei allen Feuchtigkeitsschäden, gleich welcher Art, helfen wir Ihnen gerne. Wir sind sachkundig bezüglich der rechtlichen Durchsetzung Ihrer Gewährleistungsansprüche. Es empfiehlt sich in der Regel ein selbständiges Beweisverfahren durchzuführen. Man nennt dies auch Beweissicherungsverfahren. Auf keinen Fall sollte eine Sanierung angefangen werden, ohne das zuvor in richtiger Weise Fristen gesetzt wurden und die Verursacherseite zur Mängelbeseitigung aufgefordert wurde. Wir helfen Ihnen gerne, Ihre berechtigten Ansprüche durchzusetzen.