Bauvertrag

Der Bauvertrag ist ein wesentlicher Schritt zur Realisierung des Bauwerks. Er zeichnet sich meistens dadurch aus, daß er eine sehr ungenaue Leistungsbestimmung hat und aus einer ganzen Reihe von kleingedruckten Bestimmungen besteht. Dieser Bauvertrag ist allerdings kein Selbstzweck, sondern alles Kleingedruckte ist bares Geld, was der Bauherr im Zweifel zu bezahlen hat.

Der Bauvertrag bestimmt die Pflichten zwischen Bauherr und Bauunternehmung. Er ist so zu gestalten, daß alle Leistungen sauber gegeneinander abgegrenzt sind. Jeder Unternehmer sollte wissen, was er zu erbringen hat und was von einem anderen Gewerk erbracht wird. Zum Beispiel gibt es hier häufig Schwierigkeiten bei der Verwendung von Filigrandecken. Filigrandecken sind Decken, die im Betonwerk vorgegossen werden und eine glatte Unterseite aufweisen. Sie werden dann mit einer oberen Bewehrung versehen und durch den Aufbeton zu einer richtigen Decke. Durch die Vorbereitung im Betonwerk sind die Decken schnell verarbeitet und werden deswegen gerne im Einfamilienhausbereich, aber auch bei Mehrfamilien- und Geschäftshäusern verwendet. Durch die glatte Untersicht ist häufig in den Verträgen vereinbart, daß die Stöße der Platten verspachtelt werden. Kommt dann der Maler, schieben sich aber beide Gewerke den „schwarzen Peter“ zu. Der Maler behauptet, die Unebenheiten der Decke seien vom Unternehmer, in der Regel dem Rohbauunternehmer, zu beseitigen, während er nur ein bißchen Beispachteln will. Diese Leistungen können aber sehr ins Geld gehen, wenn man auf eine ordnungsgemäße Plattendeckenuntersicht wert legt. Es empfiehlt sich daher in diesen Fällen sehr genau festzulegen, wer die Decken in welcher Weise abzuliefern hat.

Es empfiehlt sich ferner auch haarklein zu regeln, welche Eigenleistungen der Bauherr zu erbringen hat und was ansonsten im Bauvertrag enthalten ist. Da ein normaler Bauherr gerade bei Ein- oder Zweifamilienhäusern oder Reihenhäusern nicht in der Lage ist, das gesamte Bauspektrum zu überblicken, empfiehlt es sich hier unbedingt anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sonst hat man unter Umständen ein Haus gekauft, was keine Abmarkung hat. Es fehlt die Hauszugangstreppe, die Medien sind nicht mitbeauftragt und ähnliches. Auch hier ist es ganz sicher sinnvoll, sich vor Erteilung der Aufträge mit einem Anwalt zu beraten. Schon damit, der vom Bauunternehmer gestellte Vertrag etwas zugunsten des Käufers revidiert wird.