Architektenvertrag

Bevor der Architekt nun wirklich mit seinen Planungen beginnt, möchte er gerne einen Architektenvertrag unterschrieben haben. Die Architektenleistungen, die Sie inzwischen vorzuliegen haben, gefallen Ihnen und Sie möchten gerne mit diesem Architekten handelseinig werden. Dabei ist zu beachten, daß die Vergütung eines Architekten nach der HOAI bestimmt wird. Die sogenannte Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gliedert sich in verschiedene Phasen und bestimmte Leistungsgruppen. Beispielsweise werden raumbildende Gebäude anders behandelt, als die reine Anlage von Gärten oder das Erstellen von Mauern. Besonders hochwertige Gebäude, wie beispielsweise Museen oder Fabrikationsanlagen gehören in eine höhere Klasse, als einfache Einfamilienhäuser. Es ist aber hier erhebliche Vorsicht angebracht. Architekten werden danach bezahlt, wie hoch die Baukosten sind. Architekten sind daher in der Regel nicht daran interessiert, die Baukosten möglichst gering zu halten. Jede Änderung und alle weiteren Kosten erhöhen das Honorar.

Der Bauherr wiederum ist natürlich darauf bedacht, möglichst preisgünstig zu bauen. Der Bauherr sollte aber trotzdem darauf achten, daß der Architekt sach- und fachkundig ist und darauf hinweist, daß die Baufirmen nichts unnötiges tun. Die Architekten legen oft Einheitsarchitektenverträge zugrunde. Bei diesen Einheitsarchitektenverträgen ist vor allen Dingen darauf zu achten, was passiert, wenn man sich mit seinem Architekten nicht mehr verträgt. Dies kommt häufig vor, weil Kosten erheblich überschritten werden, die der Bauherr vorher gar nicht eingeplant hat. Ferner dann, wenn der Bauherr feststellt, der Architekt paktiert mit den Baufirmen, statt mit seinem Bauherrn und ähnliches. Es empfiehlt sich für den Fall, daß die Bauleistung abgebrochen wird, einen pauschalen Betrag zu vereinbaren, den der Architekt dann noch zu bekommen hat. Andernfalls muß der Architekt Schadensersatz verlangen. Nach der neuen Rechtsprechung des BGH ist die Möglichkeit dem Architekt abgeschnitten, per se 1/3 des Architektenhonorars als pauschalierten Schadensersatz zu erhalten. Unseres Erachtens ist es sinnvoll, hier für die noch nicht angefangenen Leistungsphasen 10 % des Architektenhonorars zu bezahlen und die evtl. noch nicht völlig beendeten Architektenphasen zu bezahlen. Etwas anderes kann dann gelten, wenn der Architekt wirklich erhebliche Schäden verursacht hat. Auch für diesen Fall sollte der Architektenvertrag angepaßt werden. Falls Sie sich das selber nicht zutrauen, helfen wir Ihnen gerne.